Wohnen: Rostock im Osten am teuersten


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Abgeschickt von Webmaster am 25 November, 2009 um 00:41:41:

Hohe Mieten, teure Immobilien — nirgendwo in Ostdeutschland sind Wohnungen so kostspielig wie an der Warnow. Das belegt eine Studie.

Einwohner der neuen Bundesländer müssen deutlich mehr Einkommen für Miete ausgeben als Mieter im Westen. Das ist ein Ergebnis einer Studie zur wirtschaftlichen Entwicklung der neuen Länder seit 1990, die das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) vorgelegt hat. Teuerste Großstadt im Osten ist Rostock — mit höheren Mieten als Nürnberg, Essen und Potsdam. „Das hat uns überrascht“, sagt Mitautor Martin Rosenfeld, der 16 Großstädte in Ost und West verglichen hat. „Das ist so, als wäre Rostock eine westdeutsche Stadt.“ Die Einkommen im Nordosten rangieren aber ein Viertel unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Hohe Mieten würden daher die Abwanderung gut ausgebildeter junger Menschen zusätzlich beschleunigen, warnt Rosenfeld. Insgesamt hätten sich die Lebenskosten in Ost und West — anders als die Gehälter — angeglichen. Die Ursache für hohe Mieten im Osten seien „monopolartige Wohnungsmärkte, die von einem kommunalen Unternehmen dominiert werden.“ Nach einer aktuellen Studie der TLG Immobilien GmbH werden in Rostock zudem die höchsten Preise für Eigentumswohnungen verlangt. Modernisierte Altbauwohnungen kosten in Spitzenlagen von Warnemünde bis zu 4600 Euro je Quadratmeter. Deutliche Mietsteigerungen gebe es in Wismar, während Reihenhäuser in Neubrandenburg billiger werden, so der TLG-Bericht. Wohnungsmieten von mehr als sechs Euro je Quadratmeter sind an der Küste im Raum Rostock und Westmecklenburg keine Seltenheit, sagt Erwin Mantik vom Landesverband der Haus- und Grundstückseigentümer. „Landesweit sind die Unterschiede aber sehr groß.“ Auf dem Lande seien die Mieten zum Teil sogar rückläufig. Marktforscher von Empirica bescheinigten für Rostock und Greifswald kürzlich steigende Preise bei Neuvermietungen von bis zu 20 Prozent. Der Mieterbund Mecklenburg- Vorpommern hält die Darstellungen für überzogen. „Quadratmeterpreise von 6,50 Euro, wie sie das IWH nennt, entsprechen in Rostock nicht der Realität“, sagt Geschäftsführer Christian Rudolph. Landesbauminister Volker Schlotmann (SPD) hält die hohe Nachfrage in der Hansestadt auch für ein gutes Zeichen: „Rostock ist eine Stadt, die sich dynamisch entwickelt und in der man gern wohnt.“ Der DGB sieht in hohen Mieten — wie das IWH — einen Standortnachteil: „Durch hohe Mieten leidet die Attraktivität des Bundeslandes“, sagt Ingo Schlüter, Vize-Chef des DGB Nord.

(OZ/MANTEL/TITEL vom 10.09.2009)



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